Es gibt viele Ursachen für eine Störung im Verdauungssystem. Grundsätzlich können diese Ursachen körperlich als auch psychisch begründet sein. Es ist jedoch nicht wichtig, ob das Huhn oder das Ei zuerst da waren.

Der Darm ist der erste Ort, bei dem viele Menschen schon im Kindesalter merken können, dass irgendetwas nicht ganz so funktioniert wie es soll. Die Ursachen dafür sind auch wieder vielfältig. Genetische Veranlagungen spielen eine Rolle. Nicht nur schlechte Ernährung, sondern auch die für Sie falschen Nahrungsmittel können Auslöser sein. Das gilt es herauszufinden. Viele Menschen sagen, dass sie sich “gut” ernähren- das muß aber nicht heißen: richtig für Sie als Individuum. Allgemeingültige Sachen spielen oft keine Rolle, wenn es um die persönliche Gesundheit geht.

Man kann sich den Darm stark vereinfacht als eine Mauer (Darmmuskulatur) mit Putz (Darmschleimhaut) und Tapete (gute Darmbakterien) vorstellen.

Wenn die Mauer und der Putz nicht in Ordnung sind, hält auch die Tapete nicht.

Deshalb macht es meiner Meinung nach auf lange Sicht wenig Sinn, mit Probiotika einzusteigen. Die kommen irgendwann bestimmt. Aber oft nicht zu Beginn. Zu Beginn ist eine Ernährungsumstellung wichtig. Die Verbindung zum Nervenkostüm und zum Hormonsystem sollte ins Blickfeld rücken.

Das Nervenkostüm kann nicht zwischen negativem und positivem Stress unterscheiden. Stress ist Stress. Die Nerven spielen bei der Verdauung eine große Rolle. Man stelle sich nur unsere steinzeitliche Reaktion bei Stress vor: Wir rennen vor dem Säbelzahntiger weg. Alles Blut geht in die Herz, Lunge, Arme, Beine und Augen und nicht in die Verdauung. Keiner würde auch nur daran denken, das Bad in einer solchen Situation aufzusuchen. Auch übermäßige schnelle Verdauung kann in der vorher beschriebenen Situation seinen Ursprung haben. Die stressbedingte Gegenregulation läuft dann übertrieben ab.

Zusätzlich zur mangelnder Stressregulation und einem Ungleichgewicht an Enzymen, Säuren, Mineralstoffen und Spurenelementen, können dann die üblichen Verdächtigen wie Pilze, Parasiten etc. ins Spiel kommen. Sie machen es einem zusätzlich schwer, zur eigentlichen Ursache vorzudringen. Hier kann dann eine ausführliche Laboruntersuchung des Stuhls aufschlußreich sein.

Und wenn Sie vermeintlich keinen Stress haben: Das so genannte Bauchhirn ist ein großer emotionaler Speicher unseres Körpers. Da gilt es auch hinzuschauen. Emotionen sind direkt mit dem Nervenkostüm verbunden. Wenn Sie Frust unterdrücken, muss der ja auch irgendwohin. Denn der ist ja trotzdem da. Nur weil man etwas unterdrückt, verschwindet es nicht zur Gänze. Der Bauch bietet da Platz. Bis auch er voll ist. Und dann verschafft er sich Gehör.